Strafrecht & Strafverteidigung
Hausdurchsuchung – Ihre Rechte und richtiges Verhalten
Es klingelt früh morgens, die Polizei steht mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür. Was jetzt? Hier erfahren Sie, welche Rechte Sie haben und wie Sie sich richtig verhalten. Lösungen statt Ausreden.
Kennen Sie das – wenigstens aus dem Fernsehen? Es klingelt früh am Morgen, plötzlich stehen Beamte mit einem Durchsuchungsbeschluss in der Tür. Das Herz rast, der Kopf ist leer, und schon macht man Fehler: Man lässt sich einschüchtern, redet zu viel oder „hilft" beim Suchen, um zu zeigen, dass man nichts zu verbergen hat. Genau das kann schaden. Wer seine Rechte kennt, bleibt in dieser Ausnahmesituation handlungsfähig.
Hausdurchsuchung: Was in diesem Moment zählt
Eine Durchsuchung darf grundsätzlich nur ein Richter anordnen (§ 105 StPO); nur bei „Gefahr im Verzug" dürfen Staatsanwaltschaft oder Polizei selbst handeln. Lassen Sie sich deshalb zuerst den Durchsuchungsbeschluss zeigen und notieren Sie, welche Behörde, welches Aktenzeichen und welcher Tatvorwurf darauf stehen. Bleiben Sie ruhig und höflich – Widerstand hilft nicht, Wissen schon.
Ihre Rechte bei der Hausdurchsuchung
In der Aufregung geraten die eigenen Rechte schnell in Vergessenheit. Diese sollten Sie kennen:
Schweigen und den Anwalt anrufen
Sie haben das Recht zu schweigen – machen Sie keine Angaben zur Sache, auch nicht zwischen Tür und Angel. Und Sie dürfen jederzeit Ihren Strafverteidiger anrufen. Tun Sie das sofort; ein Anwalt kann sich oft schon telefonisch einschalten und das weitere Vorgehen steuern.
Dulden ja, aktiv helfen nein
Die Durchsuchung selbst müssen Sie dulden – Widerstand ist zwecklos und strafbar. Aber: Sie müssen nicht aktiv mithelfen. Niemand zwingt Sie, Verstecke zu zeigen, einen Tresor zu öffnen oder Zugangsdaten preiszugeben. Sie dürfen bei der Durchsuchung anwesend sein und – wenn möglich – einen Zeugen Ihres Vertrauens hinzuziehen (§ 106 StPO).
Bei einer Hausdurchsuchung gilt: Tür auf, Mund zu, Anwalt ans Telefon.
Was Sie tun – und lassen – sollten
Lassen Sie sich ein Verzeichnis der beschlagnahmten Gegenstände aushändigen (§ 107 StPO) und prüfen Sie es genau. Werden Gegenstände „freiwillig herausgegeben", verzichten Sie oft auf spätere Rechtsmittel – widersprechen Sie deshalb der Beschlagnahme ausdrücklich, wenn Sie unsicher sind. Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen, und geben Sie keine Erklärungen zur Sache ab. Notieren Sie sich den Ablauf und die Namen der handelnden Beamten.
Nach der Durchsuchung: Akteneinsicht & Verteidigung
Nach der Durchsuchung beginnt die eigentliche Verteidigung. Über den Anwalt erfolgt die Akteneinsicht (§ 147 StPO) – erst dann ist klar, was genau vorgeworfen wird und welche Beweise vorliegen. Sowohl gegen die Durchsuchung als auch gegen die Beschlagnahme lässt sich eine gerichtliche Überprüfung beantragen (§ 98 Abs. 2 StPO). War der Beschluss fehlerhaft, kann das Folgen für die Verwertbarkeit der Beweise haben.
Was wir für Sie tun
Wir sind im Ernstfall schnell erreichbar, schalten uns – wenn möglich noch während der Durchsuchung – ein, nehmen Akteneinsicht und prüfen Beschluss und Beschlagnahme auf Fehler. Als Strafverteidiger, der auch die Sicht der Ermittler kennt, entwickeln wir die passende Strategie – diskret und lösungsorientiert, mit dem Ziel, das Verfahren möglichst früh zu Ihren Gunsten zu beenden.
1. Ruhe bewahren, kein Widerstand, aber auch keine Aussage zur Sache.
2. Durchsuchungsbeschluss zeigen lassen und Daten notieren.
3. Sofort den Strafverteidiger anrufen.
4. Nicht aktiv mithelfen – keine Verstecke, Codes oder Passwörter nennen.
5. Der Beschlagnahme im Zweifel ausdrücklich widersprechen.
6. Verzeichnis der beschlagnahmten Gegenstände verlangen und prüfen.
Sie müssen die Durchsuchung dulden – aber Sie müssen nicht dabei helfen, Beweise gegen sich zu finden.
Weiterführend: Strafrecht & der richtige Strafverteidiger. Bei Vorwürfen im unternehmerischen Umfeld: Wirtschaftsstrafrecht.
Häufige Fragen zur Hausdurchsuchung
Darf die Polizei ohne Durchsuchungsbeschluss durchsuchen?
Grundsätzlich braucht es einen richterlichen Beschluss (§ 105 StPO). Nur bei „Gefahr im Verzug" dürfen Staatsanwaltschaft oder Polizei ohne vorherigen Beschluss handeln. Lassen Sie sich immer zeigen, worauf die Durchsuchung gestützt wird.
Muss ich bei der Durchsuchung mithelfen?
Nein. Sie müssen die Durchsuchung dulden, aber nicht aktiv unterstützen. Verstecke zeigen, einen Tresor öffnen oder Passwörter herausgeben müssen Sie nicht – niemand muss sich selbst belasten.
Soll ich Gegenstände freiwillig herausgeben?
Besser nicht ungeprüft. Eine „freiwillige Herausgabe" kann spätere Rechtsmittel erschweren. Im Zweifel sollten Sie der Beschlagnahme ausdrücklich widersprechen und ein Verzeichnis verlangen (§ 107 StPO).
Kann ich gegen eine Hausdurchsuchung vorgehen?
Ja. Durchsuchung und Beschlagnahme lassen sich gerichtlich überprüfen (§ 98 Abs. 2 StPO). War der Beschluss fehlerhaft, kann das die Verwertbarkeit der Beweise betreffen. Das prüft der Verteidiger nach Akteneinsicht.
Wann sollte ich den Anwalt einschalten?
Sofort – am besten schon während die Beamten vor der Tür stehen. Ein Strafverteidiger kann sich oft telefonisch einschalten, die Situation ordnen und dafür sorgen, dass keine Fehler passieren.
Lösungen statt Ausreden
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Je früher ein Verteidiger eingeschaltet ist, desto besser. Sie erhalten in der Regel innerhalb von 24 Stunden eine ehrliche erste Einschätzung – diskret und vertraulich. In Düsseldorf, Duisburg und bundesweit.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.Dr. Hasan Işık
Rechtsanwalt · Strafverteidiger
Dr. Hasan Işık ist Rechtsanwalt und Strafverteidiger sowie Lehrbeauftragter an der FernUniversität Hagen. Durch langjährige Erfahrung in internationalen Wirtschaftskanzleien und in der Rechtsabteilung eines Konzernunternehmens kennt er beide Seiten. Er berät heute in seiner eigenen Kanzlei bundesweit Privatpersonen, Unternehmer und Unternehmen – im Arbeitsrecht, Verkehrs- und Unfallrecht, Wirtschaftsrecht sowie in der Strafverteidigung – pragmatisch, strategisch und lösungsorientiert. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. · www.kanzlei-isik.de
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Die dargestellte Rechtslage kann sich ändern; für eine verbindliche Einschätzung ist die Prüfung Ihres konkreten Falls erforderlich.
